Matthias Klaiber Grafik- und
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Extratour Extratour? An dieser Stelle finden Dinge, die mit meiner Arbeit wenig zu tun haben, Platz. In erster Linie möchte ich hier CD`s oder Bücher vorstellen, die mich faszinieren.



Abydos
(70:18 min), Kategorie: Progressive-Rock

Abydos ist ein Soloprojekt von Andy Kuntz, dem Sänger der deutschen Progressive-Rockband Vanden Plas. Durch seine vielen Aktivitäten am Theater und bei Musicals konnte er seine Erfahrungen in dieses Album einbringen, das daher auch wie ein Theaterstück oder rockiges Musical rüberkommt.
Zum Namen Abydos sei gesagt, dass es sich um eine Kult- und Begräbnisstätte des Gottes für Reinkarnation aus der altägyptischen Geschichte handelt.
Kurz zur Vorgeschichte dieses Albums: Andy Kuntz mußte 2003 innerhalb kurzer Zeit den Tod von vier nahestehenden Menschen, darunter auch sein Vater, verkraften. Dies verarbeitete er in seinem Album, wobei es in erster Linie gar nicht so traurig wirkt, sondern eher melancholisch.
Es beginnt mit einem kurzem, aber heftigem Intro mit Piano, lauter Gitarre und Trommelwirbel. Danach geht es ruhig in den Song "You broke the sun" hinein, wobei sich die Musik im Laufe des Songs steigert. So geht es mit den folgenden Stücken weiter, es kommt immer wieder zu den Rhytmuswechseln, zum Teil mit harten Gitarrenriffs, deren Herkunft eindeitig Dreamtheater (eines der bekanntesten Prog-Bands) zuzuordnen ist, und sehr ruhigen Pianopassagen, die einem eher an klassische Musik erinnern. Dazu werden auch Streichinstrumente dezent eingesetzt, ohne dass es zu Kitsch abfällt.
Genial finde ich Track 9 "Abydos", das nach einem ruhigen Beginn in der Mitte des Songs mit dem Piano eine Spannung aufgebaut wird, das sich einem kurzem heftigen Orchestergewitter entlädt und in einem sehr melodiösem Teil übergeht. Im letztem Stück "A boy named fly" findet sich zum Teil eine geniale Mischung aus aus hartem Rock und klassischer Musik.
Es ist keine Musik, die man so nebenbei hört wie Radiomusik; erst recht nicht auf Parties. Dafür sollte man sich richtig Zeit nehmen, am besten abends auf dem Sofa mit einem Glas Wein in der Hand. Die Musik nimmt einen gefangen und man läßt sich durch die Stücke dieses Albums tragen, sofern man auch mit den harten Gitarrenriffs, die stellenweise durchbrechen, klarkommt.
Für mich ist Abydos eines der schönsten und interessantesten CD des Jahres 2004.

Matthias Klaiber, 23.12.2004

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